Konstanze Hollitzer und Steffi Böttger

Unruhe und das ganze Durcheinander oder
Die schwere Bürde des großen Namens: Walther von Goethe 


Als im April 1818 der erste Enkel im Hause Goethe zur Welt kommen sollte, zog sich der Großvater, Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe, nach Jena zurück. Die Meldung, am 9. des Monats sei ein Junge geboren worden, bereitete ihm jedoch Glücksgefühle. Der Knabe wurde auf den Namen Walther Wolfgang von Goethe getauft, nach seinem Vater und seinem Großvater, in dessen Gesellschaft er eine glückliche Kindheit voller Verständnis, Anregung und zärtlicher Hingabe erlebte.

Dennoch trug er schwer an der Bürde des großen Namens. Die Meßlatte hing so weit oben, dass ein Mensch mit durchschnittlichen Talenten, wie Walther es war, sie nicht erreichen konnte. Ein abgebrochenes Musikstudium bei Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig und Carl Loewe in Stettin sowie eine erfolglose Karriere als sozialkritischer Schriftsteller - Walther von Goethes Leben war eine Aneinanderreihung von Ängsten, Depressionen und der Gewissheit, den eigenen hohen Ansprüchen nicht zu genügen.

Seit dem Regierungsantritt von Großherzog Carl Alexander 1853 wurde Walther von Goethe dessen wichtigster kulturpolitischer Berater und erwies sich als feinfühliger, aber autonomer und unbestechlicher Freund. Sein größtes Verdienst jedoch ist es, gegen alle finanziellen Versuchungen und Bedrängungen durch den Deutschen Bund und die preußische Regierung, den schriftlichen Nachlass seines Großvaters, das Goethe-Haus und die bedeutende Kunstsammlung nicht verkauft und in alle Winde verstreut zu haben. Trotz einem Leben in ärmlichen Verhältnissen bestimmte er testamentarisch, dass erst nach seinem Tode das Großherzogtum Sachsen-Weimar und die Großherzogin Sophie die Erben sein sollten. Damit legte er den Grundstein zum späteren Goethe- und Schiller-Archiv Weimar und für die Einrichtung des Goethe-Nationalmuseums.

Die Pianistin Konstanze Hollitzer spielt eine Auswahl der hochromantischen Kompositionen Walther von Goethes, die bisher nur selten öffentlich erklangen. Auch Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Carl Loewe werden zu hören sein.
Dazu stellt die Schauspielerin und Publizistin Steffi Böttger den Enkel Goethes in Briefen, Tagebüchern und Beobachtungen seiner Zeitgenossen vor - einen scheuen, sich vor anderen in Förmlichkeit verschließenden Mann.
 
Steffi Böttger - Sprecherin und Autorin
Konstanze Hollitzer - Klavier

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